Foto mit Erdogan und die Solidarität mit Özil

Özil steht zu seinem Foto mit Erdogan und meint er würde es nochmals machen, berichtet der Spiegel. Daher poste ich mal ebenfalls ein Foto mit Erdogan, das ich 2016 bereits gemacht hatte und möchte ein paar Gedanken dazu verfassen.

Ich weiß wie Özil fühlt und ich stehe mit ihm!

Ich bin mir bewusst, dass dieses Foto von meinen politischen Widersachern sofort gescreenshotet wird um es dann bei einer günstigen Gelegenheit gegen mich zu verwenden, sofern sie das nicht schon längst getan haben. Meistens sind das komische Antideutsche mit starker PKK Affinität die auf diese Art und Weise vorgehen. Aber auch ganz allgemein sind derartige Assoziationsketten die politische Angriffsmethodik der Wahl für sehr viele österreichische Medien und Politiker.

Hat man dem „Falschen“ die Hand gegeben, betet man in der „falschen“ Moschee, kommt man aus den „falschen“ Kreisen ist man unwiderruflich gebrandmarkt. Man muss sich ab sofort ewig und drei Tage von allen Assoziationen distanzieren, man muss gegen alle Vorurteile ankämpfen oder die Meinungselite in diesem Land duldet einen höchstens für Sendungen in denen man eben genau die Schubladen repräsentieren soll, in die man zuvor sorgfältig reingestopft worden ist. Ich brauche euch vernünftigen Lesern nicht zu erklären, dass ein Foto mit Erdogan nicht bedeutet, dass ich ein Anhänger bin oder gar jeden seiner Schritte dogmatisch verteidige. Auch hätte ich bestimmt ein Foto mit einem damaligen Oppositionsführer gemacht wenn ich Lust darauf gehabt hätte. Mir ist es dermaßen von EGAL was mir gehässige Trolle mit zu meist extrem problematischen islamo- und xenophoben Geisteskonstruktionen in die Schuhe schieben.

Wozu die ganze Mühe?

Warum sollte ich einem Ideologen gefallen wollen, der ohnehin mich, meine Kultur, meine Religion, meine Sprache, meine Leute und alles was mich ausmacht als ein Problem darstellen möchte, pardon als „das Problem“. Inwiefern ist das denn überhaupt möglich? Muss ich das denn überhaupt? Leben wir in keiner Demokratie in der ich als Individuum für mich selber entscheiden kann, mit wem ich mich fotografieren lasse? Selbstverständlich darf man das kritisieren, selbstverständlich muss man meine Sicht der Dinge nicht verstehen. Aber ein so dermaßen obsessiver besessener Diskurs der alles andere überdeckt, wo Leute schäumend vor Wut durchdrehen und Wochen lange über nichts Anderes reden ist doch einfach nur eine kollektive Geisteskrankheit.

Ginge es um Menschenrechte, oder tatsächliche humanistische Sensibilitäten der Gesellschaft könnte ich es ein Stück weit verstehen. Allerdings sind die die am lautesten schreien, diejenigen die eine FPÖ in ihrer Xenophobie, die ÖVP in ihrer menschenfeindlichen Flüchtlingspolitik, einen Orban in seiner Tyrannei, eine PKK in ihrem Terror, einen Salvini in seiner Niederträchtigkeit, die Liberalen die das Apartheidsregime in Israel ohne Wenn und Aber unterstützen. Inwieweit sollen wir uns diesem gehässigen Diskurs beugen? Wo wird dieser Diskurs aufhören? Burka, Burkini, Kopftuch, Schächten, Beschneidung, Führerschein, Moscheen, Gebet, Kindergärten, Koranübersetzungen, Predigten, Minaretten, Integrationsklassen, Doppelstaatsbürgerschaften, Neujahrsbaby, tätige Angriffe auf Musliminnen…???

Bis wohin soll das Ganze denn noch gehen?

Wo ist denn die Grenze wo diese mediale und neopolitische Tollwut ihre Grenze setzt? Mittlerweile ist doch nichts mehr ein Tabu! Das Zuckerbrot und Peitsche – Spiel, wird mittlerweile gänzlich ohne Zuckerbrot gespielt, es wird durchgehend gepeitscht seit Jahren. Entweder können wir uns als religiöse Minderheit von Allem und Jedem distanzieren was der durchgeknallten Medien- und Politlandschaft nicht in den Kram passt oder wir sagen einfach: Ihr könnt uns alle Mal!

Ich weiß, dass auch die deutlichsten Worte nicht deutlich genug sind, wenn das gesellschaftliche Adrenalin das Großhirn ausgeschaltet hat. Aber ich versuch es halt immer wieder. 

#westandwithözil

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