Kurdische Mütter kämpfen um ihre Kinder

Kurdische Mütter besetzen die Eingänge der HDP
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Kurdische Mütter als Samstag-Mütter in Galatasaray

Es fing alles mit Frau Hacire an, die alleine vor dem Gebäude der HDP demonstrierte. Sie hatte bereits einen Sohn verloren, der zuvor durch die PKK in den Kampf genötigt wurde. Vor wenigen Wochen wurde der zweite Sohn, Mehmet Akar entführt. Er hatte sich erst eine Woche vor seiner Entführung verlobt und es liefen die Vorbereitungen für die Hochzeit.
 
Nach dem Verschwinden durchstöberte die verzweifelte Mutter das Handy ihres Sohnes und fand die Nachrichten der HDP Niederlassung in Diyarbakir, in denen Mehmet dringlich in die Parteizentrale eingeladen wurde. Daraufhin suchte Hacire die Zentrale ebenfalls auf und forderte furchtlos ihren Sohn wieder zurück. Schließlich begann sie vor der Tür des Gebäudes zu warten und besetzte Tage lang den Eingang. Nach kurzer Zeit wurden die Medien auf die kämpferische Mutter aufmerksam und wenige Tage später gelang es der Polizei Mehmet zu befreien.
 
 

Kurdische Mütter vor der HDP Zentrale in Diyarbakir

Nun befinden sich mittlerweile 18 weitere Mütter und Väter vor dem Eingang des HDP Gebäudes in der Hoffnung, dass auch sie ihre entführten Kinder zurück bekommen. Die Aktion schlägt große Wellen in der Türkei und die Menschen beginnen sich von Tag zu Tag gegen die Entführer ihrer Kinder zu emanzipieren.
 
„Menschenrechts-Aktivisten“ in Österreich scheinen diese Ereignisse bewusst zu ignorieren. Denn da gibt es eine  favorisierte Partei mit starken Banden zu österreichischen und deutschen Parteien, die anscheinend auch in manchen Niederlassungen junge Menschen entführen lässt um sie für den bewaffneten Kampf zu missbrauchen. Wie würde man mit so einer Partei denn in Österreich umgehen?
 

Samstag-Mütter in Galatasaray

..sind ebenfalls kurdische Mütter – auch sie warten auf ihre Kinder schon teilweise seit Jahrzehnten. Sie entstanden im Jahre 1995 als immer mehr Menschen in Haft verschwanden. Die Familie Ocak kämpfte um ihren Sohn und einige Familienmitglieder mussten alleine aus diesem Grund ebenfalls für mehrere Wochen in Haft. „Wir wollen unsere Söhne zurück“ lautete ihr Slogan und noch bis vor kurzem trafen sie sich auf dem Galatasaray Platz jeden Samstag um nach ihren Kindern zu verlangen.
 

Samstagmütter kämpfen um ihre Kinder

Es handelt sich beinahe ausschließlich um Menschen, die unter Polizeigewahrsam verschwunden sind. Am 25. August 2018 wurde die 700. Kundgebung von den türkischen Sicherheitskräften gewaltsam und mit Wasserwerfern und Tränengas aufgelöst. Die 82-jährige Emine Ocak, eine der Begründerinnen der Bewegung, wurde festgenommen. Insgesamt wurden 47 Personen festgenommen, nach einer Befragung aber wieder freigelassen. Seither ist die Versammlung der Samstagsmütter in der Türkei nicht erlaubt, als Grund gibt der Innenminister die Instrumentalisierung dieser Versammlungen durch die PKK an. Dabei hatte alles 2009 wieder an Schwung gewonnen. Seit 2009 gingen die Samstagmütter wieder zu Kundgebungen vor dem Galatasaray-Gymnasium. Im Jahre 2011 wurde eine Delegation der Samstagmütter von Recep Tayyip Erdoğan zu Gesprächen empfangen. Erdoğan versprach damals Aufklärung, dennoch blieben bis heute noch hunderte Fälle ungeklärt.
 

Es geht hier nicht um Politik sondern um Mütter und ihre Kinder

Es geht hier um Mütter, die um ihre Kinder kämpfen. Arme mittellose Menschen, die den Schmerz ihrer Kinder in ihren Herzen tragen. Mütter, die wissen wollen ob ihre Söhne oder Töchter noch am Leben sind, egal welcher Ideologie sie angehören. Sie legen sich tapfer mit Wasserwerfern sowie auch einer grausamen Terrororganisation an.
 
Ja, ich bemühe mich differenziert zu sein und das in einer sehr undifferenzierten Welt. Ich versuche gerecht zu sein, denn keine Partei noch Bewegung ist soviel Wert wie das Tilgen des Schmerzes in den Herzen dieser Mütter. Bemühen wir uns doch alle, dass dieses Leid so bald als möglich ein Ende findet, ohne diese kurdischen Mütter zu politisieren oder gar zu ignorieren.
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