Zar Peter I. und Susanne Raab – Die Geschichte der Bartsteuer!

 
Der Zar Peter I. erhob 1698 eine Bartsteuer von seinen Untertanen. Er war nämlich im westlichen Europa unterwegs und versuchte zu verstehen wie Modernisierung funktioniert.
 
Die Westeuropäer trugen weder Bärte und auch ihre Kleidung schien funktionaler zu sein als die Gewänder seiner Untertanen. 1698 versammelte der Peter I. seine Untertanen und diverse Würdenträger in seinem Zarensitz.
Er ließ sich Barbierzeug bringen und schnitt eigenhändig die langen Bärte seiner Besucher ab. Nach wenigen Tagen ließ er die Prozedur des Bartabschneidens bei Hofe fortsetzen.
 
Damit nicht genug, gab Peter 1698 einen Erlass heraus, der Männer anhielt, sich ihren Vollbart abzurasieren.
Als Widerstände von Betroffenen aufkamen belegte er Bartträger mit einer Bartsteuer. Ab sofort mussten Männer Steuern für ihren Bart bezahlen und erhielten ein rundes Kupferstück als Beweis für die Zahlung (siehe Abbildung).
 
 
Wieso erzähle ich euch das?
 
Zar Peter I. versuchte den wissenschaftlichen und militärischen Fortschritt Europas zu erfassen um ihn nach Russland zu bringen. Da er die Aufklärung nicht verstanden hatte, erfasste er lediglich oberflächliche Unterschiede, die der Grund für die ausbleibende Modernisierung in Russland sein mussten. Er verstand nicht, dass die Aufklärung und Modernisierung eine Revolution der Geister und Freiheiten ist. Statt dessen verkrampfte er sich in seiner Einseitigkeit auf ein Verbot, das die Privatssphäre seiner Untertanen mit einer weiteren Repression noch weiter einschränkte. So sahen zwar nach kurzer Zeit viele aus wie die damaligen Europäer, doch das Land kam der Modernisierung keinen Schritt näher.
 
Was hat das mit uns in Österreich zu tun?
 
Auch die derzeitige Regierung, sowie leider das Gros der Österreicher/In verstehen nicht, dass das Kopftuch kein Zeichen für gar nichts ist, außer vielleicht für eine Glaubenspraxis der MuslimInnen. Ein Mensch mit Kopftuch muss nicht einmal wirklich religiös sein, geschweige denn konservativ. Es ist ein Kleidungsstück, das erzwungene Absetzen wird uns gesellschaftlich keinen Nutzen bringen. Dadurch werden weder Frauen befreit noch Mädchen, schon gar nicht wird dadurch das Patriarchat zurückgedrängt. Österreichische Werte haben ebenfalls herzlichst wenig damit zu tun.
 
Borniert und unaufgeklärt in ihrer Einfältigkeit, versucht die Regierung die Privatssphäre und Religionsfreiheit der Menschen mit Verboten einzuschränken. Daher ist eine Aufklärung für unsere PolitikerInnen in Österreich, 231 Jahre nach der französischen Revolution zum Pflichtprogramm geworden. Österreich muss und wird kapieren, dass derartige Verbote uns schaden und unser schönes Land spalten. In einigen Jahrzehnten wird man auf unsere PolitikerInnen zurückblicken, sowie wir heute auf Peter I. und wird sich über die Stumpfsinnigkeit ihrer Politik wundern. Mal sehen wie
lange der Groschen diesmal braucht.
 
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